Gutscheincodes und falsche Rabatte : Die DGCCRF verstärkt ihre Kontrollen im Jahr 2026

Vor den French Days Ende September sollte man besser skeptisch gegenüber durchgestrichenen Preisschildern sein, die zu schön sind, um wahr zu sein. Die Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes (DGCCRF) hat ihre Kontrollen zu falschen Online-Rabatten verschärft, mit einer Reihe von Sanktionen, die wenige Wochen vor den großen Werbeaktionen zum Saisonbeginn im Herbst verhängt werden. Händler und Influencer stehen nun im gleichen Visier.

Rekordstrafe gegen Boohoo wegen falscher Preisnachlässe

Am 20. August 2026 hat die DGCCRF dem Online-Modeportal Boohoo eine Geldbuße in Höhe von 2,33 Millionen Euro auferlegt, nachdem mehrere Hundert Artikel auf boohoo.com analysiert worden waren. Ergebnis der Untersuchung : 95 % der geprüften Werbeankündigungen erwiesen sich als nicht konform. Im Detail waren 40 % der angezeigten „Rabatte“ in Wirklichkeit keine, 7 % lagen unter dem angegebenen Prozentsatz und, schlimmer noch, 48 % entsprachen tatsächlich Preissteigerungen, die als Schnäppchen getarnt waren. Die britische Kette wird außerdem dafür sanktioniert, synthetische Materialien als „Leder“ oder „Wildleder“ dargestellt zu haben, was gegen die Textilkennzeichnungsregeln verstößt. Um diese Angelegenheit in ihrem regulatorischen Kontext einzuordnen, lohnt sich ein erneutes Lesen dessen, was die Regelung zu Promo-Codes und Rabatten wirklich besagt, bevor man einen größeren Einkauf tätigt.

Influencer, die Promo-Codes bewerben, ebenfalls im Visier

Die Händler sind nicht die einzigen Betroffenen. Laut dem offiziellen Bericht der DGCCRF wurden 280 Influencer-Konten überprüft, und bei 46 % von ihnen wurden Korrektur- oder Repressionsmaßnahmen ergriffen: fehlender Hinweis „Publicité“, irreführende Versprechen oder Hervorhebung verbotener Produkte. Das Gesetz zur Regulierung kommerzieller Beeinflussung, das 2026 vollständig anwendbar ist, schreibt nun vor, dass jeder Promo-Code, der in einem bezahlten Video oder einer Story erwähnt wird, von einem klaren und sichtbaren Werbehinweis begleitet sein muss, der während der gesamten Dauer des Inhalts sichtbar bleibt. Das erinnert daran, dass das Erlernen der Kombination von Promo-Code und Cashback bei Online-Einkäufen ein Mindestmaß an Vorsicht in Bezug auf die tatsächliche Herkunft des Angebots erfordert.

Der durchgestrichene Preis muss die letzten 30 Tage widerspiegeln

Seit der Umsetzung der europäischen Omnibus-Richtlinie in französisches Recht muss ein Händler, der einen Rabatt ausweist, sich zwingend auf den in den 30 Tagen vor der Aktion tatsächlich praktizierten niedrigsten Preis beziehen und nicht mehr auf einen „empfohlenen“ oder künstlich aufgeblasenen Preis für den Anlass. Genau dieses Prinzip soll Boohoo laut der Untersuchung der DGCCRF nicht eingehalten haben. Die Regel gilt für alle Online-Vertriebskanäle, von Händlerseiten bis zu Marktplätzen, und betrifft sowohl Schlussverkäufe als auch einmalige Aktionen wie die French Days, die Ende September 2026 erwartet werden.

Wie man einen falschen Rabatt erkennt, bevor man seinen Warenkorb bestätigt

  • Den angezeigten Preis mit dem Preisverlauf des Produkts über mehrere Wochen vergleichen, über einen Preisvergleichsdienst oder eine Preisverfolgungs-Erweiterung ;
  • Überprüfen, ob der angegebene Prozentsatz einer tatsächlichen Differenz zum üblichen Preis entspricht und nicht einem „empfohlenen“ Preis, der im Laden nie angewendet wurde ;
  • Mistrauisch sein bei einem Promo-Code, der von einem Influencer geteilt wird, ohne dass der Hinweis « Publicité » klar angezeigt wird ;
  • Bevorzugen Sie Händler, die die Herkunft ihres Referenzpreises in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen detailliert angeben ;
  • Behalten Sie im Hinterkopf, dass einige Cashback- oder Empfehlungsprogramme von einem Tag auf den anderen wegfallen können, wie die Schließung von Rakuten France, die einen ganzen Bereich des Cashback- und Empfehlungs-Ökosystems durcheinandergebracht hat, gezeigt hat.

Diese Prüfungen dauern nur wenige Minuten, helfen aber, der Falle eines vermeintlich „reduzierten“ Warenkorbs zu entgehen, der in Wirklichkeit nicht reduziert ist, zumal eine wachsende Zahl Franzosen versucht, ihre Alltagskäufe durch Empfehlungsprogramme und Cashback zu optimieren. Da die Geldbußen mittlerweile in Millionenhöhe liegen, hoffen die Behörden, dass die Botschaft die zweifelhaftesten Praktiken vor der nächsten großen Rabattwelle abschrecken wird.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht das Gesetz unter einem falschen Rabatt ?

Dabei handelt es sich um eine Preisnachlassanzeige, die sich nicht auf den tatsächlich in den 30 Tagen vor der Aktion angewandten Tiefstpreis bezieht, oder die in Wirklichkeit eine Preiserhöhung verschleiert, die als Promotion getarnt ist.

Muss ein Influencer, der einen Promo-Code teilt, das kennzeichnen ?

Ja. Sobald der Inhalt vergütet ist oder von einer Marke bereitgestellt wurde, muss der Hinweis « Publicité » deutlich, lesbar und sofort erkennbar während der gesamten Dauer des Videos oder der Story erscheinen.

Wie überprüft man, ob ein Promo-Code vor den French Days zuverlässig ist ?

Indem man den angezeigten Preis mit der jüngsten Preisentwicklung des Produkts vergleicht, das Angebot auf der offiziellen Website des Händlers abgleicht und skeptisch gegenüber angekündigten Rabatten ohne klare Bezugnahme auf den vorherigen Preis bleibt.

Quellen

Offizielles DGCCRF-Kommuniqué — Geldbuße gegen Boohoo
RTE News — Frankreich verhängt Strafe gegen Boohoo wegen irreführender Rabatte auf der Website
Bourse Inside — Details der DGCCRF-Untersuchung

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