Angesichts der Alterung der Bevölkerung will die Regierung das gemeinschaftliche Wohnen für Senioren in größerem Maßstab vorantreiben. Ein nationaler Fahrplan, der gemeinsam vom Ministerium für Wohnungswesen und vom Ministerium für Autonomie angekündigt wurde, setzt ein klares Ziel: die Zahl der verfügbaren Plätze in den kommenden Jahrzehnten zu verdoppeln. Analyse eines Vorhabens, das die Art und Weise, wie ältere Menschen in Frankreich wohnen, neu gestalten könnte.
Ein nationaler Fahrplan zur Beschleunigung des gemeinschaftlichen Wohnens
Im Rahmen einer gemeinsamen Ankündigung haben Vincent Jeanbrun, Minister für Stadt und Wohnungswesen, und Camille Galliard-Minier, beauftragte Ministerin für Autonomie und Menschen mit Behinderungen, den Start eines nationalen Fahrplans vorgestellt, der die Entwicklung des gemeinschaftlichen Wohnens beschleunigen soll. Erarbeitet mit den Akteuren des Sektors, soll er in mehreren Pilotregionen erprobt werden, mit Unterstützung der Caisse des dépôts.
Die Herausforderung ist sowohl demografischer als auch haushaltspolitischer Natur: Zwischen dem EHPAD, das oft als letzter Ausweg wahrgenommen wird, und dem isolierten Verbleib zu Hause positioniert sich das gemeinschaftliche Wohnen als Zwischenlösung, gedacht, um einen sicheren Lebensrahmen zu bieten und zugleich den sozialen Zusammenhalt zu bewahren.
275.000 betroffene Personen, ein ehrgeiziges Ziel
Nach Angaben der Regierung betrifft das gemeinschaftliche Wohnen heute in Frankreich knapp 275.000 Personen, verteilt auf mehrere Angebote: Autonomie-Residenzen (120.000 Plätze), Service-Residenzen für Senioren (105.000 Plätze), inklusive Wohnformen (8.000 Plätze) und generationenübergreifende Residenzen (13.000 Plätze). Das von der Exekutive ausgegebene Ziel ist es, diesen Bestand mehr als zu verdoppeln, um bis 2040 über 400.000 Plätze zu erreichen.
- Autonomie-Residenzen : etwa 120.000 Plätze derzeit
- Service-Residenzen für Senioren : etwa 105.000 Plätze
- Inklusive Wohnformen : etwa 8.000 Plätze
- Generationenübergreifende Residenzen : etwa 13.000 Plätze
Die verschiedenen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens für Senioren
Hinter dem Oberbegriff « habitat partagé » verbergen sich sehr unterschiedliche Realitäten. Die Autonomie-Residenz (ehemals Foyer-Logement) bietet individuelle Wohnungen mit gemeinschaftlichen Serviceleistungen, bei einer durchschnittlichen Miete von rund 923 Euro pro Monat im Jahr 2026. Das inklusive Wohnen setzt auf das Leben in kleinen Kollektiven mit einem gemeinsamen sozialen Lebensprojekt, während die generationenübergreifenden Residenzen versuchen, Senioren und junge Berufstätige oder Studierende zusammenleben zu lassen. Dieses Spektrum an Lösungen soll ermöglichen, das Angebot an sehr unterschiedliche Autonomiestufen anzupassen, fernab der binären Wahl zwischen dem Zuhause und EHPAD.
Dieses Vorhaben kommt zu anderen bereits eingeleiteten Maßnahmen hinzu, wie MaPrimeAdapt', mit der 2025 36.000 Wohnungen von Senioren angepasst wurden für ein Budget von 220 Millionen Euro, mit einem nach oben revidierten Ziel von zusätzlich 41.000 Wohnungen im Jahr 2026.
Eine Finanzierung bereits ab 2026 mobilisiert
Haushaltlich werden Mittel der CNSA (Caisse nationale de solidarité pour l'autonomie) bereits ab 2026 mobilisiert, um die ersten Pilotterritorien anzustoßen. Der detaillierte Fahrplan soll in den nächsten Wochen mit den Verbänden des Sektors, den Gebietskörperschaften und den sozialen Wohnungsanbietern ausgearbeitet werden, bevor eine schrittweise Umsetzung erfolgt. Für Familien, die nach einer geeigneten Wohnlösung für einen älteren Angehörigen suchen, könnte dieser Plan mittelfristig das verfügbare Angebot im ganzen Land deutlich erweitern, auch in heute noch weniger gut ausgestatteten ländlichen Regionen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist gemeinschaftliches Wohnen für Senioren ?
Es ist eine Zwischenwohnform zwischen dem individuellen Zuhause und dem EHPAD, die Autonomie-Residenzen, inklusive Wohnformen und generationenübergreifende Residenzen zusammenfasst, mit Dienstleistungen und einem gemeinsamen sozialen Leben.
Wie viele Personen leben heute in gemeinschaftlichen Wohnformen in Frankreich ?
Etwa 275.000 Personen, verteilt auf Autonomie-Residenzen, Service-Residenzen für Senioren, inklusive Wohnformen und generationenübergreifende Residenzen.
Was ist das Ziel der Regierung bis 2040 ?
Mehr als 400.000 Plätze gemeinschaftlichen Wohnens zu erreichen, also mehr als das Doppelte des aktuellen Bestands, dank eines nationalen Fahrplans, der unter anderem von der CNSA finanziert wird.
Quellen
- Gemeinschaftliches Wohnen: ein gemeinsamer Fahrplan — Ministère du Travail et des Solidarités
- Banque des Territoires (Caisse des Dépôts)
- Gemeinschaftliches Wohnen: die Regierung beschleunigt — Handicap.fr
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