Influencer-Marketing : französische Marken erhöhen ihre Budgets

Das Influencer-Marketing ist keine Randposition mehr in den Werbebudgets französischer Marken. Laut der neuesten Studie von France Pub, die mit der Autorité de Régulation Professionnelle de la Publicité (ARPP) durchgeführt wurde, haben die Werbetreibenden 587 Millionen Euro in diesen Hebel im Jahr 2025 investiert, was einem Anstieg von 13,1 % binnen eines Jahres entspricht. Eine Zahl, die eine strukturelle Verschiebung bestätigt: Dieses Werbeformat, lange als experimentell wahrgenommen, etabliert sich inzwischen dauerhaft in den Medienplänen der Unternehmen, einschließlich der KMU, die bislang nach kostengünstigeren Wachstumshebeln als klassischer Display-Werbung suchten.

Budgets, die sich in drei Jahren verdreifachen

Die Entwicklung über die Zeit ist spektakulär: Die Investitionen stiegen von 323 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 587 Millionen Euro im Jahr 2025, was einer Zunahme von 81 % in drei Jahren entspricht. Das Influencer-Marketing macht nun 5,2 % der gesamten digitalen Werbeausgaben in Frankreich aus. Laut der Studie haben 18 % der nationalen Werbetreibenden im Jahr 2025 mit Content-Erstellern zusammengearbeitet, ein Anteil, der bei Unternehmen mit einem digitalen Budget von mehr als 150.000 Euro pro Jahr auf 26 % ansteigt. Ein Zeichen dafür, dass der Hebel umso überzeugender wirkt, je größer die Mittel sind: 16 % der Werbetreibenden investieren mittlerweile mehr als 50.000 Euro jährlich in Influencer-Aktivitäten, verglichen mit nur 2 % im Jahr 2022.

Das Ende der Improvisation : Vergütung und Vermittler

Der Sektor professionalisiert sich deutlich. Im Jahr 2022 bezahlten nur 33 % der Werbetreibenden die Creator finanziell, der Rest setzte auf Produkt- oder Dienstleistungszuwendungen (« Gifting »). Im Jahr 2025 erreicht dieser Anteil 84 %, ein Zeichen dafür, dass Marken Influencer-Marketing inzwischen als eigenständigen Werbekanal behandeln, mit entsprechenden Verträgen und einer Bewertung. Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung: 65 % der Kampagnen laufen über eine Agentur oder einen spezialisierten Vermittler, gegenüber 37 % im Jahr 2022, was auf eine Komplexitätszunahme im Berufsfeld und höhere Anforderungen an Compliance hindeutet.

Eine ergänzende Studie der Agentur Reech bestätigt diese Dynamik: 83 % der befragten Marken haben in den letzten zwei Jahren mindestens eine Influencer-Kampagne durchgeführt, und 94 % von ihnen bewerten diesen Hebel als performant. Bei der Zufriedenheit geben die Marken ihren Kooperationen im Durchschnitt eine Bewertung von 7,4/10, gegenüber 8,2/10 seitens der Creator. Von den Creators selbst erzeugte Inhalte (UGC) setzen sich inzwischen als bevorzugtes Partnerschaftsformat durch, vor klassischen gesponserten Beiträgen.

Was sich dadurch für Unternehmen ändert

  • Ein einzuplanendes Budget : das Influencer-Marketing verlässt das hors-média « test » und wird in die Jahrespläne integriert, mit eigenen, messbaren Budgets.
  • Strengere Auswahlkriterien : Werteübereinstimmung (82 %) und Engagement-Rate (79 %) stehen jetzt über der reinen Reichweite.
  • Erhöhte regulatorische Wachsamkeit : 79 % der befragten Agenturen kennen das Certificat de Responsabilité de l'Influence Commerciale, das von der ARPP getragen wird — ein Indiz für die wachsenden ethischen Anforderungen der Branche.
  • Zunehmende Bedeutung von Micro- und Nano-Creatorn, die als günstiger und oft engagierter gelten als eine Partnerschaft mit einer Berühmtheit.

Für Unternehmen und junge Start-ups, die ihre Kommunikationsstrategie professionalisieren möchten, bieten diese Zahlen eine konkrete Orientierung: Influencer-Marketing ist kein Wagnis mehr, sondern ein Kanal, dessen Return on Investment dokumentiert werden kann und mit anderen Werbehebeln vergleichbar ist.

Häufige Fragen

Ist Influencer-Marketing nur großen Marken vorbehalten ?

Nein. Zwar nehmen die großen Budgets zu, doch zeigt die Reech-Studie einen Aufstieg von Micro- und Nano-Creatorn, die finanziell zugänglicher sind, wodurch KMU den Hebel mit kleineren Budgets testen können.

Warum bezahlen Marken eher in Geld als in Produkten ?

Die Professionalisierung des Sektors führt dazu, dass Creator eine vertraglich geregelte, messbare Vergütung verlangen, die den steuerlichen und werberechtlichen Vorgaben entspricht — das erklärt den Anstieg des Anteils finanzieller Vergütungen von 33 % auf 84 % zwischen 2022 und 2025.

Gibt es einen ethischen Rahmen für diese Kampagnen in Frankreich ?

Ja. Die ARPP trägt ein Certificat de Responsabilité de l'Influence Commerciale, das 79 % der von Reech befragten Agenturen kennen und das darauf abzielt, Transparenz und Ethik der Partnerschaften zwischen Marken und Creator zu regeln.

Sources

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Emma
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