Seit dem 1. Januar 2026 sollen die services autonomie à domicile (SAD) landesweit endgültig eingeführt sein. Hinter diesem für die breite Öffentlichkeit noch wenig bekannten Kürzel verbirgt sich eine Reform, die konkret verändert, wie ältere Menschen mit eingeschränkter Autonomie und ihre Familien Zugang zu Hilfe und Pflege zu Hause erhalten.
Eine einzige Anlaufstelle anstelle zweier getrennter Einrichtungen
Bisher musste sich eine ältere Person, die Hilfe bei den täglichen Aufgaben brauchte, oft an zwei verschiedene Einrichtungen wenden: ein SAAD (Dienst für Unterstützung und Begleitung zu Hause) für Haushalt, Körperpflege oder Einkäufe und ein SSIAD (Dienst für häusliche Krankenpflege) für medizinische Versorgung. Das Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung von 2022 hat die schrittweise Zusammenführung dieser beiden Kategorien in eine einzige Einheit beschlossen, konkretisiert durch das Dekret vom 13. Juli 2023.
Konkret sollten die früheren SAAD, SSIAD und SPASAD bis zum 31. Dezember 2025 auf dieses einheitliche Modell zulaufen, die tatsächliche Schaffung der einheitlichen Rechtsträger kann sich in komplexeren Fällen bis zum 30. Juni 2028 erstrecken. Drei Formen von SAD koexistieren mittlerweile: das SAD «aide», das das frühere SAAD unter der Leitung des Départements fortführt; das SAD «mixte», das Hilfe und Pflege unter doppelter Genehmigung durch ARS-Conseil départemental kombiniert und das bevorzugte Ziel der Reform darstellt; und das SAD «soins», ein Übergangsregime für SSIAD, die noch keinen Partner gefunden haben.
Warum diese Reform und für wen
Diese Entwicklung steht in der Kontinuität der loi Bien vieillir von 2024, die das Zuhause zum Bezugsrahmen für gutes Altern macht und darauf abzielt, die Mittel für die Dienste zu Hause zu stärken, anstatt den Eintritt in Einrichtungen zu systematisieren. Das erklärte Ziel ist zweifach: den Weg der Familien zu vereinfachen, die nur noch einen Ansprechpartner für Hilfe und Pflege haben, und finanzielle Sicherheit für oft fragile Strukturen zu schaffen, indem sie zur gemeinsamen Nutzung ihrer Ressourcen angehalten werden.
Um diesen Übergang zu begleiten, unterstützt die Caisse nationale de solidarité pour l'autonomie (CNSA) mehr als 70 Départements auf der Achse „Transformation en services à domicile“, mit einem Gesamtbetrag von rund 11 Millionen Euro, verteilt über die vier Jahre der Aufforderung zur Interessenbekundung, also im Durchschnitt etwa 150.000 Euro pro Département.
Eine 2026 flächendeckend eingeführte Orientierungsstelle
Parallel zur Fusion der Dienste generalisiert die CNSA 2026 den Service public départemental de l'autonomie (SPDA), ausgestattet mit einem Budget von 5,51 Millionen Euro. Dieses Instrument soll auf Ebene jedes Gebiets einen einheitlichen Einstiegspunkt organisieren, um ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zu orientieren, indem es EHPAD, SAD, Résidences autonomie und Maisons départementales des personnes handicapées (MDPH) koordiniert.
- Konvergenz der SAAD/SSIAD hin zu einem seit dem 1. Januar 2026 vorgeschriebenen einheitlichen SAD-Modell
- Drei Formen von SAD: «aide», «mixte» (Ziel der Reform) und «soins» (Übergangsregelung)
- Mehr als 70 Départements von der CNSA unterstützt, rund 11 Millionen Euro über 4 Jahre
- 5,51 Millionen Euro im Jahr 2026 für die Einführung der einheitlichen Anlaufstelle SPDA
Um die Fragen rund um das hohe Alter zu vertiefen, bietet unsere Rubrik Retraite & Séniors weitere Analysen, während die Rubrik Santé & Médecine die Themen Pflege und Prävention umfassender behandelt. Betroffene Familien finden auch praktische Orientierung in der Rubrik Vie Pratique & Société.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein service autonomie à domicile (SAD) ?
Das ist eine Struktur, die aus der Fusion der früheren Dienste für häusliche Unterstützung (SAAD) und der häuslichen Krankenpflege (SSIAD) entstanden ist und einen einzigen Ansprechpartner für Alltagsunterstützung und Pflege von älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung bieten soll.
Gilt die Reform für alle häuslichen Dienste ?
Ja, alle früheren SAAD, SSIAD und SPASAD müssen auf dieses Modell zulaufen, mit einer Zwischenfrist am 31. Dezember 2025 und einer endgültigen Frist am 30. Juni 2028 für die Gründung der einheitlichen Rechtsträger in den komplexesten Fällen.
Was ist der Service public départemental de l'autonomie (SPDA) ?
Das ist eine 2026 von der CNSA generalisierte einheitliche Anlaufstelle, die dazu dient, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zu orientieren, indem sie alle lokalen Akteure koordiniert: EHPAD, SAD, Résidences autonomie und MDPH.
Quellen
Ministère du Travail et des Solidarités – FAQ Réforme des services autonomie à domicile ·
CNSA – Service autonomie à domicile ·
Le Média Social – Services autonomie à domicile : comment assouplir la réforme
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