Wer mit Bus und Bahn pendelt, muss ab dem kommenden Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen: Das Deutschlandticket 2027 wird ab dem 1. Januar 2027 66,80 Euro im Monat kosten. Das hat die Verkehrsministerkonferenz der Länder am 30. September 2026 bekannt gegeben. Bis zum 31. Dezember 2026 gilt weiterhin der aktuelle Preis von 63 Euro. Die Erhöhung um 3,80 Euro fällt moderater aus als die Sprünge der vergangenen Jahre, folgt aber erstmals einer festen Formel. Was dahintersteckt, wer wie viel zahlt und welche Fristen jetzt zählen, erfahren Sie hier.
Ein Preisindex statt politischer Verhandlungen
Neu ist nicht nur der Betrag, sondern vor allem die Art, wie er zustande kommt. Zum ersten Mal wurde der Preis mit einem Preisindex berechnet, den die Verkehrsminister der Länder im März 2026 bei ihrer Frühjahrskonferenz in Lindau einstimmig beschlossen hatten. Die Formel berücksichtigt drei Kostenblöcke der Verkehrsunternehmen: Personalkosten, Energiekosten und allgemeine Betriebskosten, jeweils mit einer festgelegten Gewichtung und zu bestimmten Stichtagen erfasst. Zuständig für die Berechnung ist die D-Tix GmbH & Co. KG, die gemeinsame Gesellschaft der Branche für das Ticket.
Für Fahrgäste bedeutet das vor allem Planbarkeit: Der Preis soll künftig jedes Jahr nach demselben Schema angepasst werden, statt wie bisher in oft zähen Runden zwischen Bund und Ländern ausgehandelt zu werden. Steigen die Kosten der Verkehrsunternehmen nur wenig, fällt auch die Anpassung klein aus. Bund und Länder halten ihre Zuschüsse dabei konstant: Zusammen fließen weiterhin drei Milliarden Euro pro Jahr in die Finanzierung des Angebots.
Die Preisentwicklung seit dem Start
Als das Ticket im Mai 2023 eingeführt wurde, kostete es 49 Euro. Zum Jahresbeginn 2025 stieg der Preis auf 58 Euro, zum 1. Januar 2026 auf 63 Euro. Mit 66,80 Euro ab 2027 ergibt sich gegenüber dem heutigen Preis ein Plus von rund sechs Prozent. Aufs Jahr gerechnet zahlen Dauerabonnenten 45,60 Euro mehr als bisher.
- Mai 2023: 49 Euro
- Januar 2025: 58 Euro
- Januar 2026: 63 Euro
- Januar 2027: 66,80 Euro
Trotz des Aufschlags bleibt das Ticket für viele Pendler deutlich günstiger als klassische Monatskarten einzelner Verkehrsverbünde, zumal es bundesweit im gesamten Nah- und Regionalverkehr gilt.
Jobticket und Semesterticket: Das zahlen Beschäftigte und Studierende
Mit dem regulären Preis wurden auch die beiden Sonderformen für 2027 festgelegt. Das Jobticket wird 63,46 Euro kosten. Dieser Preis gilt, wenn der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des Ticketpreises übernimmt; die Verkehrsunternehmen gewähren dann zusätzlich einen Rabatt von fünf Prozent. Je nach Zuschuss des Unternehmens kann der eigene Anteil für Beschäftigte deutlich unter 50 Euro liegen. Wer das Angebot noch nicht nutzt, sollte 2027 bei der Personalabteilung nachfragen: Für Arbeitgeber ist das Jobticket eine vergleichsweise unkomplizierte Zusatzleistung.
Das Semesterticket wird 40,08 Euro kosten, das entspricht 60 Prozent des regulären Preises. Für Studierende, die zum Semesterbeginn in eine neue Stadt ziehen, bleibt das Ticket damit eine der günstigsten Möglichkeiten, bundesweit mobil zu sein, auch für Fahrten nach Hause am Wochenende.
Kündigen oder behalten? Diese Fristen gelten
Eine Preiserhöhung klingt zunächst nach einem Grund für eine Sonderkündigung. Die Verbraucherzentrale stellt jedoch klar: Die Anpassung des Preises berechtigt nicht zu einer außerordentlichen Kündigung. Das ist allerdings auch kaum nötig, denn das Deutschlandticket ist ein monatlich kündbares Abonnement. In der Regel muss die Kündigung bis zum 10. eines Monats beim Anbieter eingehen, damit das Abo zum Monatsende endet. Wer das Ticket zum alten Preis auslaufen lassen und 2027 nicht weiterzahlen möchte, sollte also spätestens bis zum 10. Dezember 2026 kündigen. Die genauen Bedingungen können je nach Verkehrsunternehmen leicht abweichen, ein Blick in die Vertragsunterlagen oder die App des Anbieters lohnt sich.
Umgekehrt gilt: Wer das Abo einfach weiterlaufen lässt, muss nichts tun. Der neue Preis wird automatisch ab der Januar-Abbuchung gelten. Viele Anbieter informieren ihre Kunden in den kommenden Wochen per E-Mail oder in der App über die Umstellung.
Was die Erhöhung im Haushaltsbudget bedeutet
3,80 Euro im Monat klingen nach wenig, kommen aber zu anderen Posten hinzu, die zum Jahreswechsel teurer werden dürften. Wer bereits mit höheren Heizkosten in der laufenden Heizperiode, einem leicht steigenden Strompreis und höheren Krankenkassenbeiträgen rechnet, sollte das Ticket in seine Jahresplanung einbeziehen. Dennoch bleibt die Rechnung für regelmäßige Fahrgäste meist eindeutig: Schon wer an fünf Tagen pro Woche pendelt und dazu gelegentlich am Wochenende unterwegs ist, fährt mit dem Abo günstiger als mit Einzelfahrkarten.
Ein kurzer Check hilft bei der Entscheidung:
- Wie viele Fahrten im Monat kommen tatsächlich zusammen, einschließlich Freizeit und Ausflügen?
- Bietet der Arbeitgeber ein Jobticket an oder lässt sich eines einrichten?
- Besteht Anspruch auf ein ermäßigtes Angebot, etwa als Studierende oder über ein Sozialticket des eigenen Bundeslandes?
- Gibt es Monate ohne regelmäßige Fahrten, in denen eine Pause sinnvoll ist? Das Abo lässt sich jederzeit neu abschließen.
Häufige Fragen
Ab wann gilt der neue Preis von 66,80 Euro?
Der neue Preis wird ab dem 1. Januar 2027 gelten. Bis einschließlich Dezember 2026 kostet das Deutschlandticket weiterhin 63 Euro im Monat.
Kann ich wegen der Preiserhöhung außerordentlich kündigen?
Nein. Laut Verbraucherzentrale begründet die Preisanpassung kein Sonderkündigungsrecht. Da das Ticket monatlich kündbar ist, reicht eine ordentliche Kündigung, in der Regel bis zum 10. des Monats zum Monatsende.
Wie wird der Preis künftig festgelegt?
Über einen Preisindex, der die Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten der Verkehrsunternehmen abbildet. Die Länder haben ihn im März 2026 beschlossen; 2027 wird er zum ersten Mal angewendet.
Quellen
- Verkehrsministerkonferenz: Preisanpassung beim Deutschlandticket ab 2027 auf 66,80 Euro (LOK Report, 30.09.2026)
- Preis für Deutschlandticket steigt 2027 auf 66,80 Euro (dpa via onvista, 30.09.2026)
- Verbraucherzentrale: Deutschlandticket, von Kaufen bis Kündigen
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