Nutri-Score : die Reform ändert die Bewertungen, aber die Anzeige bleibt freiwillig

Seit dem Dekret, das im März 2025 in Kraft trat, hat sich die Berechnung des Nutri-Score dauerhaft geändert: laut den Daten von Open Food Facts ändern zwischen 30 und 40 % der verarbeiteten Produkte ihre Buchstabenbewertung. Doch anderthalb Jahre später bleibt seine Kennzeichnung für die Hersteller weiterhin freiwillig, trotz eines neuen parlamentarischen Anlaufs im Frühjahr 2026.

Ein neuer Algorithmus, der Zucker und Salz strenger bewertet

Die Reform verschärft vor allem die Bewertung süßer und salziger Produkte, während bestimmte vorteilhafte Fette besser gewertet werden. Konkret bleibt Wasser das einzige Getränk mit der Note A, während mit Süßstoffen gesüßte Limonaden, die zuvor als B eingestuft waren, jetzt zwischen C und E fallen. Im Gegenzug verbessern sich die Bewertungen von pflanzlichen Ölen, die reich an guten Fettsäuren sind, und einiger fetter Fische. Die Marken haben etwa zwei Jahre Zeit, ihre Verpackungen zu aktualisieren: Alte und neue Logos können daher bis 2027 nebeneinander im Regal stehen, was Verwirrung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern stiften kann, die zwei ähnliche Produkte vergleichen.

Warum die Kennzeichnung immer noch nicht verpflichtend ist

Das Logo wird bislang nur auf freiwilliger Basis der Marken angebracht. Ein Versuch, es verpflichtend zu machen, wurde in das Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung 2026 aufgenommen, das zwischen Oktober und November 2025 diskutiert wurde: Die Assemblée nationale hatte dem Vorhaben zugestimmt, bevor der Sénat es ablehnte. Der Text sah eine Steuer von 5 % des Umsatzes für Unternehmen vor, die sich weigern, die Bewertung anzugeben, mit einer Ausnahme für Produkte unter Label Rouge, AOP oder IGP. In der neuen Lesung scheiterte die Maßnahme schließlich knapp in der Assemblée nationale mit 120 gegen 117 Stimmen.

Ein neuer überparteilicher Vorschlag im Jahr 2026

Angesichts dieses haushaltspolitischen Scheiterns wurde im März 2026 ein überparteilicher Gesetzesvorschlag eingereicht, um den Nutri-Score auf Verpackungen und Werbemitteln verbindlich vorzuschreiben, wobei dieselbe Logik der Ausnahmeregelung für Produkte mit offiziellen Qualitätssiegeln beibehalten wird. Der Text ist bisher nicht zustande gekommen, aber Beobachter schließen nicht aus, dass er in den Haushaltsdebatten 2027 wieder auftauchen könnte.

Was sich beim Einkaufen ändert

  • Zwei Versionen des Logos können bis 2027 auf vergleichbaren Produkten nebeneinander existieren: Es bleibt nützlich, das Aktualisierungsdatum des Etiketts zu prüfen.
  • Ein vor der Reform erzieltes B garantiert nicht mehr dieselbe Nährwertqualität wie ein mit dem neuen Algorithmus berechnetes B.
  • Viele Marken geben weiterhin keinen Nutri-Score an, mangels gesetzlicher Verpflichtung.
  • Produkte unter Label Rouge, AOP oder IGP blieben auch im Falle einer Pflichtkennzeichnung ausgenommen.

Um die gesundheitlichen Aspekte der Ernährung zu vertiefen, ergänzen unsere Rubrik Gesundheit & Medizin und unsere praktischen Alltagstipps unter Alltag & Gesellschaft dieses Dossier.

Häufige Fragen

Ist der Nutri-Score in Frankreich verpflichtend?

Nein. Seine Kennzeichnung bleibt für die Hersteller freiwillig. Ein im März 2026 eingereichter Gesetzesvorschlag zielt darauf ab, ihn verpflichtend zu machen, wurde jedoch noch nicht verabschiedet.

Warum hat sich die Note mancher Produkte verändert?

Das im März 2025 in Kraft getretene Dekret hat den Berechnungsalgorithmus geändert: Zucker und Salz werden nun stärker negativ gewertet, während bestimmte gute Fette besser berücksichtigt werden. Dadurch ändern zwischen 30 und 40 % der Produkte ihre Buchstabenbewertung.

Wie lange wird man das alte Logo noch im Laden sehen?

Die Marken haben etwa zwei Jahre Zeit, ihre Verpackungen zu aktualisieren, was bedeutet, dass der alte und der neue Nutri-Score bis 2027 nebeneinander im Regal stehen können.

Quellen

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Helena
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