Ernährungsbildung in der Schule hält ab dem Schuljahr 2026 Einzug in die Lehrpläne. Eine von den Abgeordneten beschlossene nationale Erprobung, angelehnt an das neue Programme national nutrition santé, ermöglicht es freiwilligen Grundschulen, Collèges und Lycées, ihren Schülerinnen und Schülern regelmäßig Sitzungen zur Ernährung anzubieten. Ziel: den Kindern frühzeitig beizubringen, sich besser zu ernähren, um Übergewicht und Adipositas einzudämmen, die seit mehreren Jahrzehnten zunehmen.
Eine vom Nationalparlament beschlossene Erprobung
Am 16. Februar 2026 haben die Abgeordneten den Start einer dreijährigen Erprobung in freiwilligen Académies beschlossen. Konkret werden regelmäßige Sitzungen zur Ernährungsbildung dem Stundenplan von Grundschulen, Collèges und Lycées hinzugefügt, nach dem Vorbild dessen, was bereits für Sexualerziehung oder Verkehrssicherheit existiert. Ziel ist es nicht, die Schüler zu Ernährungswissenschaftlern zu machen, sondern ihnen einfache Orientierungshilfen zu geben: Zusammensetzung eines ausgewogenen Tellers, Lesen einer Nährwerttabelle, Bedeutung von Zucker und Salz in Alltagsprodukten.
Das PNNS 5, die Roadmap bis 2030
Diese schulische Erprobung ist Teil eines größeren Rahmens: des 5. Programme national nutrition santé (PNNS 5), das am 8. April 2026 in Lyon beim One Health Summit vorgestellt wurde und die Ausrichtung der französischen Ernährungspolitik bis 2030 festlegt. Das Programm gliedert sich in drei Achsen und etwa zwanzig konkrete Maßnahmen:
- Reduzierung von 30 % Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen bis 2030 und um 20 % in den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen
- Ausweitung der Einführung des Nutri-Score und bessere Einbeziehung klimatischer und ökologischer Aspekte in die Kennzeichnung
- Stärkere Regulierung von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet, und Reduktion der Zuckergehalte bestimmter Produkte
- Unternehmen und Bildungseinrichtungen zu echten Multiplikatoren der öffentlichen Gesundheit machen
Die Prävention von kindlicher Adipositas soll laut Regierungsankündigungen bis 2030 sogar zu einer klaren Priorität werden: Je früher sich Adipositas im Kindesalter etabliert, desto größer ist das Risiko, dass sie im Erwachsenenalter bestehen bleibt.
Ein Anliegen, das über die französischen Grenzen hinausgeht
Frankreich handelt nicht isoliert. Ende Januar 2026 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schulen weltweit dazu aufgerufen, eine gesunde Ernährung für Kinder zu fördern, und daran erinnert, dass die Schule einer der wenigen Orte ist, an denen man eine ganze Altersgruppe gleichermaßen erreichen kann, unabhängig vom sozialen oder familiären Umfeld. Diese Feststellung untermauert die Logik der französischen Erprobung: auf die Schule zu setzen, um Gewohnheiten zu etablieren, die die Kinder ein Leben lang begleiten werden.
Was das konkret für die Familien ändert
Für Eltern bedeutet das nicht, dass ein neues benotetes Fach im Stundenplan erscheint, sondern zeitlich eingeplante Einheiten, die je nach Einrichtung von geschulten Lehrkräften, Schulkrankenschwestern oder externen Referenten durchgeführt werden. Die teilnehmenden Académies werden in den nächsten Wochen benannt, bevor die Einführung über die drei Jahre der Erprobung schrittweise erfolgt. Familien, die das Thema zu Hause weiterführen möchten, können sich bereits jetzt an den bestehenden Orientierungshilfen zur Ernährung orientieren, die über die öffentlichen Gesundheitsorganisationen verfügbar sind, ohne darauf warten zu müssen, dass ihre Einrichtung ausgewählt wird.
Diese Dynamik fügt sich auch in die größeren Anliegen rund um das Familienleben und die Schulbildung der Kinder ein, zwei Themen, zu denen die Erwartungen der Eltern weiterhin hoch sind. Darüber hinaus greift sie die Themen der Gesundheit auf, die in den letzten Jahren von den Behörden genau verfolgt wurden.
Häufige Fragen
Ab wann startet die Erprobung?
Die Einführung erfolgt schrittweise ab dem Schuljahr 2026 in vom Ministerium ausgewählten, freiwilligen Académies und hat eine Gesamtdauer von drei Jahren.
Sind alle Einrichtungen betroffen?
Nein. An dieser Erprobungsphase nehmen nur freiwillige Grundschulen, Collèges und Lycées teil, die in Académies liegen, die selbst freiwillig sind, bevor gegebenenfalls eine Generalisierung erfolgt.
Was ist der Zusammenhang mit dem Nutri-Score ?
Das PNNS 5, das diese Erprobung umrahmt, sieht eine verstärkte Einführung des Nutri-Score vor, ohne ihn landesweit verpflichtend zu machen, ergänzend zur im Unterricht vermittelten Ernährungsbildung.
Quellen
- Obésité France — Start des 5. Programme national nutrition santé 2026–2030
- Weltgesundheitsorganisation — Schulen werden aufgefordert, eine gesunde Ernährung zu fördern
- Réseau national nutrition santé — Programme national nutrition santé
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