Der Goldpreis hat seit Anfang 2026 spektakuläre Schwankungen erlebt : ein absoluter Rekord Ende Januar, gefolgt von einem Absturz von mehr als 25 % innerhalb weniger Wochen. Für Privatpersonen, die Goldschmuck geerbt haben, in einer Schublade vergessen oder als Geschenk erhalten, ist dieses Auf und Ab nicht nur eine Börsenstatistik : es verändert konkret, was sie beim Wiederverkauf erzielen können und was sie beim Kauf zahlen werden. Unsere Rubrik Schmuck, Uhren & Accessoires zieht Bilanz.
Ein angespannter Markt
Ende Januar 2026 erreichte der Gramm reinen Goldes einen historischen Höchststand, bei etwa 150 € auf dem Höhepunkt des Ausschlags, getrieben von globaler wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und den massiven Käufen der Zentralbanken, die ihre Bestände an dem gelben Metall weiter aufstocken. Mitte 2026 bewegt er sich eher um 114 €, ein deutlicher Rückgang, aber ein Niveau, das auf lange Sicht sehr hoch bleibt. Ein krasser Kontrast zum Jahresbeginn, als der Kurs im Gegenteil einen Tiefpunkt erreicht hatte, bevor er schlagartig anstieg.
Seinen Schmuck verkaufen: Was sich wirklich geändert hat
Für eine Privatperson, die Goldschmuck verkaufen möchte, ist der Ausgangspunkt niemals der online angezeigte Preis für reines Gold : die überwältigende Mehrheit der Schmuckstücke besteht aus 18-karätigem Gold, also nur 75 % Reingold. Bei reinem Gold um 114 €/g wird 18-karätiges Gold demnach etwa mit 75 €/g angekauft, vor dem Aufschlag, den der Fachhändler berechnet. Drei Vorgehensweisen begrenzen die Verluste : das Schmuckstück getrennt von seinen Steinen wiegen zu lassen (diese haben keinen Wert nach Goldgewicht), mindestens drei Anlaufstellen zu vergleichen — Juwelier, spezialisierter Ankaufsschalter, Onlineplattform — und das Vorhandensein des Feingehaltsstempels zu überprüfen, der den tatsächlichen Karat des Schmuckstücks bestätigt.
Kaufen oder reparieren lassen: die Kehrseite der Medaille
Auf der Kaufseite verteuert dieselbe Preisrallye zwangsläufig neuen Schmuck, insbesondere die schwereren Stücke wie Eheringe oder dicke Ketten. Mehrere Juweliere bieten inzwischen leichtere Fassungen oder gemischte Legierungen an, um die im Laden ausgewiesenen Preise zu dämpfen. Bei einem Geschenk oder einem Kauf aus Freude bleibt der zuverlässigste Reflex, das auf dem Etikett angegebene Gewicht in Gramm zu vergleichen — und nicht nur das Design —, um böse finanzielle Überraschungen beim Bezahlen zu vermeiden.
Gut zu wissen, bevor man loslegt
- Karat : 24 Karat = reines Gold ; 18 Karat = 75 % Gold ; 14 Karat = 58,5 % Gold.
- Abschlag : Händler berechnen eine Marge auf den Ankaufskurs, meist zwischen 10 und 20 %.
- Volatilität : dasselbe Schmuckstück kann von Woche zu Woche je nach Markt deutlich mehr oder weniger wert sein.
- Im Gegensatz zu Gold bleibt ein reguliertes Sparprodukt wie der Livret A vor dieser Volatilität geschützt — siehe unsere Rubrik Bank, Finanzen & Kredit.
Um eine verlässliche Adresse auszuwählen, bleibt unsere Auswahl der besten Schmuckgeschäfte ein guter Ausgangspunkt, ebenso wie der Vergleich mehrerer Kostenvoranschläge vor jedem Verkauf.
Häufige Fragen
Entspricht der online angezeigte Kurs dem Ankaufspreis ?
Nein : der «Spot»-Kurs bezieht sich auf reines Gold mit 24 Karat. Ein 18-Karat-Schmuckstück wird etwa zu drei Vierteln dieses Kurses angekauft, bevor die Marge des Ankäufers angewendet wird.
Sollte man jetzt verkaufen, nach dem jüngsten Kursrückgang ?
Niemand kann die kurzfristige Entwicklung des Goldkurses vorhersagen. Der einzige wirklich verlässliche Anhaltspunkt bleibt der aktuelle Kurs im Vergleich zum eigenen Kauf- oder Erbschaftswert, nicht eine Marktprognose.
Wie erkennt man echten Goldschmuck ?
Die offiziell auf dem Stück eingestempelte Punze (Adlerkopf, Jakobsmuschel…) weist seinen Feingehalt nach. Bei Zweifeln schafft eine Wägung und ein Test durch einen gerichtlich beeideten Fachmann Klarheit.
Quellen
Le Guide du Bijou — EPO Gold — BDOR
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