Die Jagdsaison, die sich diesen Herbst eröffnet, steht unter Spannung. Zwischen einer anhaltenden Dürre, die die Feuchtgebiete schwächt, und der umstrittenen Rückkehr zweier geschützter Vogelarten stehen Jäger, Behörden und Naturschutzverbände bereits vor mehreren Konflikten, noch bevor die Saison offiziell beginnt.
Eine vorgezogene Eröffnung unter dem Zeichen der Dürre
Wie jedes Jahr beginnt die Jagd auf Wasservögel vor der allgemeinen Jagd: Anfang August im öffentlichen Meeresbereich, dann Mitte August für Sümpfe, Flüsse, Seen und Binnenweiher. Die allgemeine Eröffnung erfolgt traditionell zwischen Mitte und Ende September; das genaue Datum wird jedes Jahr durch eine präfekturliche Verfügung in jedem Département festgelegt, was die Unterschiede im Kalender von Region zu Region erklärt.
In diesem Jahr verändert der Klimakontext jedoch die Lage. Die Dürre und die Hitzewellen, die einen großen Teil des Landes betroffen haben, haben den Wasserstand der Feuchtgebiete stark reduziert – ein für Zugvögel in dieser entscheidenden Phase unverzichtbarer Lebensraum. Mehrere Naturschutzverbände sind der Meinung, dass die Beibehaltung der Jagd auf Wasservögel unter diesen Bedingungen zusätzlichen Druck auf Populationen ausübt, die bereits durch Wassermangel und Hitze geschwächt sind.
Die umstrittene Rückkehr der Turteltaube und der Kolbenente
Zweiter Streitpunkt: Das Ministère de la Transition écologique hat vom 30. Juli bis zum 19. August eine öffentliche Konsultation zu zwei Entwürfen von Verfügungen zur Regulierung der Jagd auf die Turteltaube und die Kolbenente für die kommende Saison eingeleitet.
- Für die Turteltaube, deren Jagd in Frankreich seit 2022 ausgesetzt ist, schlägt die Regierung ein nationales Kontingent von 12.000 Vögeln vor, gegenüber 10.560 bei der vorherigen Wiedereröffnung, gestützt auf eine beobachtete Verbesserung der Population entlang der gesamten westlichen Zugroute.
- Für die Kolbenente ist ein Kontingent von 5.000 Individuen pro Jahr vorgesehen, wobei der Entnahme der Männchen Vorrang eingeräumt werden soll, ohne jedoch die Entnahme der Weibchen zu verbieten.
Die Jägerverbände begrüßen eine Entscheidung, die ihrer Ansicht nach die in den letzten Jahren durchgeführten Managementanstrengungen für diese beiden Arten anerkennt. Die Vogelschutzverbände halten die Maßnahme dagegen für verfrüht: Die Bestände der Kolbenente, die im Winter auf der nordwestlichen europäischen Zugroute verweilen, sind zwischen 2006 und 2023 um etwa 36 % zurückgegangen, auch wenn die letzten Jahre Anzeichen einer Stabilisierung zeigen.
Was sich für die Jäger konkret ändert
Abgesehen von der Debatte um diese beiden Arten bleibt die Vorbereitung der Saison denselben Verpflichtungen wie in den Vorjahren unterworfen: Validierung des Jagdscheins, Überprüfung der Zulässigkeit der gehaltenen Waffen und strikte Einhaltung der lokal durch präfekturliche Verfügungen festgelegten Termine. Die endgültigen Quoten für die Turteltaube und die Kolbenente werden erst nach Abschluss der öffentlichen Konsultation bekannt sein; deren Ergebnisse müssen in die endgültigen Verfügungen aufgenommen werden, bevor die betreffenden Jagden tatsächlich eröffnet werden.
Sowohl für die Praktizierenden als auch für die Anwohner der Feuchtgebiete bleibt in den nächsten Wochen Wachsamkeit geboten: Eine Verschiebung oder Anpassung der vorgezogenen Eröffnungstermine ist nicht ausgeschlossen, falls sich die hydrologische Lage bis zur allgemeinen Eröffnung nicht verbessert. Die départementalen Jägerverbände bleiben wie jedes Jahr die verlässlichste Anlaufstelle, um die genau vor Ort geltenden Daten zu erfahren.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Jagd auf Wasservögel?
Sie beginnt traditionell Anfang August im öffentlichen Meeresbereich, dann Mitte August für die Binnenfeuchtgebiete, vor der allgemeinen Eröffnung der Jagd im September, deren genaues Datum je nach Département variiert.
Ist die Jagd auf die Turteltaube wieder erlaubt?
Ein Entwurf zur Wiedereröffnung mit einem nationalen Kontingent von 12.000 Vögeln wurde vom Ministère de la Transition écologique zur öffentlichen Konsultation vorgelegt; die Jagd auf diese Art war in Frankreich seit 2022 ausgesetzt.
Warum bereitet die Dürre vor der Eröffnung der Jagd Sorge?
Der niedrige Wasserstand der Feuchtgebiete reduziert die verfügbaren Lebensräume für Zugvögel in einer Schlüsselphase ihres Zyklus, weshalb einige Verbände eine Verschiebung der vorgezogenen Eröffnungen der Jagd auf Wasservögel fordern.
Weitere Analysen finden Sie zur ländlichen Lebensweise und der Jagd, sowie unsere Artikel zur Ökologie und Umwelt und zum praktischen Alltagsleben.
Quellen
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